Wie komme ich dazu? Ralf Herrmann, der Vorsitzende des Betreibervereins, ist auch immer wieder auf kickstarter.com mit typografischen Projekten unterwegs und die Top-Belohnung ist ab und zu ein solcher Workshop. Zuletzt hatte ich mich an dem Digitalisierungsprojekt An Open Source Revival of Rudolf Koch’s 1920s Serif Typeface beteiligt. Und nun ging es daran, genau mit dieser eleganten Schrift ein analoges Druckerzeugnis zu erstellen. Welchen Text sollte ich nehmen?
Nachdem ich erfuhr, dass es die Schrifttypen von 48pt bis hinunter zu 6pt (!) gab und ich kein Poster sonder eher eine Karte erstellen wollte, erschien mir ein Achtzeiler als richtiges Mittelmaß. Nach einer kurzen Skizze wurde 16pt als Schriftgröße gewählt und die gewichtigen Satzkästen der Antiqua und der Kursiven aus dem ersten Stock geholt.
Der zeitlose Text stammt aus dem alten Testament – Prediger (Kohelet) 3 – und wird hier in der Lutherübersetzung Stand 1912 wiedergegeben:
Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
Geboren werden und sterben,
pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,
würgen und heilen,
brechen und bauen,
weinen und lachen,
klagen und tanzen.
Ich wollte typografisch ein wenig spielen, weshalb jede zweite Zeile in kursiv gesetzt sein sollte und für die Großbuchstaben gab es interessante Swash-Versalien – deswegen habe ich diese auch in Zeile 5 und 7 gewählt. Die längste Zeile 2 definierte den Satzspiegel. Um die die ungefähr gleich langen Zeilen 5…8 ein wenig dynamischer zu gestalten, versetze ich die Mittelachse der ungeraden Zeilen um 4 Cicero nach links.
Das Ergebnis:
Gesetzt von mir und von Uwe eingerichtet für den Druck, danke!
Erster Andruck mit meinen Anfängerfehlern: langes s, d statt b, langes s (hier als st-Ligatur):
Die elfte und letzte Etappe mit circa 15 Kilometern beginnt in Kornburg. Dann geht es westwärts zur Rednitz und dann dem Flussverlauf folgend nordwärts bis nach Stein. Dort hatte 2022 alles mit Etappe 1 angefangen.
Anreise nach Kornburg vom Hauptbahnhof Nürnberg mit der U1 in Richtung Langwasser, an der Haltestelle Bauernfeindstrasse dann Umstieg in die Buslinie 53.
Abreise von Stein mit der U2 alle paar Minuten nach Nürnberg Hauptbahnhof und von dort in alle Richtungen.
Protokoll
Start: 20.7.2025 13:00
Das war ein sehr heisser Sommertag und die Stellen ohne Schatten brachten wir überwiegend schweigend hinter uns. Sehr schön war immer wieder die Annäherung an die Rednitz. Gegen Ende stellt sich eine Art Schlussspurt-Mentalität ein: Jetzt hatten wir es geschafft! Zwar nicht wie ursprünglich geplant komplett in einem Jahr, nämlich von Februar bis Dezember 2022, aber geschafft ist geschafft.
Die zehnte Etappe mit circa 13,5 Kilometern beginnt in Fischbach. Dann geht es durch Altenfurt und Langwasser in den Reichswald. Erste Stoppmöglichkeit wäre der Biergarten Zollhaus und von der Kreuzung der Bundesstrasse B8 mit der Autobahn A73 schliesslich durch den Wald südwärts nach Kornburg. Wir stoppten im Biergarten Steinbrüchlein für eine Pause.
Anreise nach Fischbach mit der S3 (zweimal stündlich) von Nürnberg.
Abreise von Kornburg am besten mit der Buslinie 53 (alle 40 Minuten), ab Bauernfeindstrasse mit der U1 nach Nürnberg Hauptbahnhof und von dort in alle Richtungen. Es gibt weitere versetzt fahrende Buslinien, die teils andere Wege fahren, aber alle einen Anschluss in Richtung Hauptbahnhof bieten.
Protokoll
Start: 1.6.2025 11:24
Wegmarkierung: Sehr gut, teilweise erkennbar neu angebracht.
Als genealogische Fragestellung ist es mir schon begegnet: Nimmt man die Ortsangaben z.B. in den früher besetzten Gebieten in der Form, wie es „damals“ geschrieben wurde oder wie die Orte heute heißen? Ich habe mich entschieden, immer die Form zu verwenden, die es einem ermöglicht, die Orte heute zu finden, und befinde mich damit in gewisser Übereinstimmung mit den Wikipedia-Namenskonventionen.
Der Artikel zu Deutschland beginnt allerdings mit den Worten:
Deutschland (Vollform des Staatsnamens seit 1949: Bundesrepublik Deutschland) ist […]
Das lässt mich stirnrunzelnd zurück. Ich werde mich wohl einmal erkundigen, woher diese Feinheiten in der Landesbeschreibung kommen.